Südtirol ab 1919 – Von der Annexion zur Autonomie

Südtirol ab 1919 – Von der Annexion zur Autonomie

Joachim Frick |

Eberhard Brugger

Der Geschichtsverein Ailingen-Berg und die Kolpingfamilie Berg trafen sich im Gemeindehaus zu einem höchst interessanten Vortrag über Südtirol.

Der Referent, Herr Eberhard Brugger, schilderte eine spannende Zeitreise im östlichen Mitteleuropa mit politischen Veränderungen nach 1918, als sich Ungarn-Österreich auflöste, Jugoslawien gegründet wurde und Nord-, Ost- und Südtirol übrigblieben. Daraus erfolgte die Teilung Tirols und Südtirol. Die Region im Herzen der Alpen wurde gegen ihren Willen dem damaligen Königreich Italien zugesprochen.

Mit der Machtübernahme durch die Faschisten 1922 begann für die Südtiroler Bevölkerung eine schwere Zeit mit massiven Einschränkungen und Verboten in der Ausübung ihres deutschsprachigen Volkstums.

Der Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich zwang sie dann plötzlich zu einer äußerst schwerwiegenden Entscheidung: Dableiben oder Gehen? 1939 flüchteten über 75 000 Optanten nach Norden Richtung Bludenz und Bregenz, während Truppen des deutschen Naziregimes das Land besetzten.

Landkarte

Auch in der Zeit nach dem 2. Weltkrieg änderte sich wenig. Die Tiroler sehnten sich nach Autonomie und lehnten eine „Scheinautonomie“, wie sie herrschte, ab. Herr Brugger schilderte die Unruhen und Anschläge auf Energie- und Infrastruktur im Land. Erst die Umsetzung des lang erkämpften 2. Autonomiestatuts und der Fleiß seiner Bewohner verwandelten in den vergangenen Jahrzehnten Südtirol in ein Musterbeispiel für das Miteinander zweier Volksgruppen und in eine wirtschaftliche Vorzeigeregion in Europa. Südtirol ist wieder Südtirol, und heute eines der beliebtesten Ferienziele in Europa.

Eberhard Brugger beim Vortrag
Bernd Fuchs bedankt sich bei Herrn Brugger
Vorstand Bernd Fuchs für den Geschichtsverein und Maria-Luise Rueß für die Kolpingfamilie Berg bedankten sich herzlich beim Referenten Eberhard Brugger, der für seinen fundierten und emotionalen Vortrag reichlich Beifall vom zahlreichen Publikum erhielt.